Sendeanlagen in Österreich



 
Erdfeunkstelle Aflenz, Steiermark
 

Bilder vom Oktober 2008


Am 30. Mai 1980 nahm bei der Ortschaft Graßnitz bei Aflenz in der Steiermark eine Erdefunkstelle der damaligen "Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung"
(ab 1996 Post und Telekom Austria, ab 1998 Telekom Austria) den Betrieb auf. Der Platz wurde gewählt, weil hier inmitten der Berge und fernab jedes größeren Flughafens keine Störungen durch Radaranlagen auftreten, welche in ähnlichen Frequenzbereichen arbeiten, wie sie für die Satellitenkommunikation verwendet werden.
Die Anlage umfasste zunächst 3 stationäre und eine mobile Parabolantenne. Aufsehen erregte die Anlage damals auch wegen ihrer Architektur. Außer den Parabolantennen und dem Richtfunkturm sind nämlich alle anderen Gebäude im Ausmaß von rund 6500 m² praktisch im Gelände versenkt gebaut. Die Bauzeit betrug nur 17 Monate.
Mittlerweile befinden sich an diesem Standort 4 große (über 10 m Durchmesser) und etwa 50 mittelgroße bis kleine Parabolantennen für den Funkverkehr mit Satelliten. Die Erdefunkstelle Aflenz ist eine von nur 3 Stellen, die die Einmessung neuer Erdefunkstellen im EUTELSAT-System durchführen.


Im Hintergrund Antenne 1, davor rechts zu sehen die Fenster zu den Betriebsräumlichkeiten. Im Vordergrund eine mobile Antenne.
Technische Daten zur Antenne 1:
Durchmesser 32 m, Gewicht einschließlich Tragstruktur 275 Tonnen, Nachführfehler kleiner 0,03°, Drehgeschwindigkeit 0,3° pro Sekunde. Sendefrequenzbereich 5,925-6,425 GHz, Empfang 3,7-4,2 GHz, zirkulare Polarisation, ausgerichtet auf Intelsat 904 (60°E)


Im Hintergrund von links die Antennen 2, 11 und 3.


Von links Antenne 1, 11 und 2.
Technische Daten zur Antenne 2:
Durchmesser 18 m, Gewicht einschließlich Tragstruktur 86 Tonnen, Nachführfehler kleiner 0,01°, Drehgeschwindigkeit 0,3° pro Sekunde. Sendefrequenzbereich 14,0-14,5 GHz, Empfang 10,95-11,70 GHz, lineare Polarisation, ausgerichten auf Telstar 12 (15°W).
Antenne 11 (Durchmesser 11 m) ist auf Eutelsat W5 (70,5°E) ausgerichtet.


Mittelgroße, teilweise mobile Antennen im Feld vor den großen Antennen.


Die östlichste Antenne 3 ist baugleich zur Antenne 1 mit geringen Unterschieden in den Frequenzdaten: Sendefrequenzbereich 5,850-6,425 GHz, Empfang 3,625-4,200 GHz, ausgerichtet auf Telstar 10 (76,5°E).


Die Zufahrt zu den praktisch unterirdisch liegenden Betriebsräumen. Vor dem Schranken befindet sich ein täglich von 9 bis 17 Uhr öffentlich zugänglicher Vortragsraum mit Schautafeln und Modellen. Es wird überdies ein ca. 15-minütiges Informationsvideo gezeigt.
Die Signalzuführung erfolgt über Kabel und Richtfunk. Links der Turm mit den Richtfunkantennen. Es werden 2 Richtfunkstrecken benützt.


Die Hauptstrecke verläuft über die Richtfunkstationen Turnauer Berg (ca. 4 km nordöstlich) und weiter zum Rennfeld, von wo die Richtfunkstrecke Wien-Klagenfurt und das Richtfunknetz Mitte erreicht werden.


Die zweite Richtfunkstrecke verläuft über einen Umlenkspiegel an der nahen ORS-Sendeanlage Firstkopf (grüne Raute auf halber Masthöhe). Von dort führt der Signalweg auch zur Richtfunkstation Rennfeld.


Die Antennen 2 und 11 mit dem Richtfunkturm.


Schautafel im Vortragsraum zur Erläuterung des INTELSAT- und EUTELSAT-Systems. Davor rechts unter dem Glassturz Senderbauteile.
 

letzte Änderung: 25.08.2009

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