Sendeanlagen in Österreich



 
Richtfunktürme in Österreich
 

In ganz Österreich gibt es nur 4 Fernmeldetürme der "Telekom Austria" (ehem. Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung) aus Beton. Und diese entstanden auch erst in den späten 1970er-Jahren. Bei der Planung des ersten österreichischen Richtunknetzes in den 1950er-Jahren entschied man sich, anders als z.B. in Deutschland, für die Richtfunkstationen in Österreich keine Betontürme, sondern Stahlkonstruktionen zu errichten. Die Gründe waren die niedrigeren Errichtungskosten, die flexiblere Gestaltung und das Vorhandensein hoher Bergen - sozusagen als erhöhte Sockel. Bei den Standorten im Hochgebirge war ohnehin eine pragmatische Lösung gefragt, denn alles Material musste mühsam auf die Berge geschleppt werden und gebaut werden konnte nur wenige Monate im Sommer.

Allerdings wurde für das Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb gegangene "Richtfunknetz Mitte" ein standardisierter Stationstyp verwendet, wie er auch in Obertauern steht (meist 4-geschossiger, mit braunem Blech verkleideter Unterbau mit 2 Plattformen für Antennen und einem aufgesetztem Mast für Mobilfunkdienste). Ein fast identischer Bau steht auch auf dem Großeck, der Planai und an 13 weiteren Standorten in Österreich.

Auf dem Roßbrand entstand allerdings ein Betonturm, weil hier ein Knotenpunkt zweier Linien ist. Er hat 2 identische Geschwister. Ein praktisch baugleicher Turm steht in Ansfelden bei Linz (Inbetriebnahme 1978). Er wurde als Ersatz für einen zu klein gewordenen Stahlmast errichtet. Zudem befindet sich in Ansfelden eine zentrale Knotenstelle. Ebenfalls baugleich ist der Turm auf dem Exelberg westlich von Wien (Inbetriebnahme 1979). Dieser Turm erscheint aus heutiger Sicht aber als Fehlinvestition. Man hat offenbar mit steigender Nachfrage nach Richtfunkdiensten im Raum Wien gerechnet, was aber dann durch die Entwicklung der Satelliten- und Glasfasertechnik nicht eintrat. Am Exelberg sind allerdings neben dem Relais der Richtfunkstrecke Wien-Arsenal - Jauerling noch die Funktechnik für den Anflug auf den Flughafens Wien sowie mehrere Amateurfunk-Relais untergebracht. Von anderer Bauart ist der Fernmeldeturm Wien-Arsenal (Inbetriebnahme 1978), der allerdings auch als Träger für Antennen für Rundfunk (Radio Energy 104,2) und DVB-T dient.

Bilder der 4 Türme:


Roßbrand (Höhe 94 m).


Ansfelden bei Linz (Höhe 94 m).


Wien-Exelberg (Höhe 109 m).


Wien-Arsenal (Höhe 155 m).
 

letzte Änderung: 03.01.2009

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